Schäferlauf in Markgröningen 2016

Die Ursprünge des Schäferlaufs in Markgröningen drehen sich um den treuen Schäfer Bartholomäus, kurz Bartel, zu dessen Ehren ein württembergischer Graf dieses Fest ausrichten ließ. Um 1829 schilderte der Pfarrer und Historiker Ludwig Friedrich Heyd die Sagenfassung, dass der treue Schäfer zunächst bei dem Grafen angestellt war, um dessen Schafen zu hüten. Eines Tages sollte Bartel einige Schafe aus der Herde verkaufen und selbst das Geld behalten. So wurde es ihm aber nicht vom Grafen selbst aufgetragen, sondern vom Vogt und dem Kammerdiener. Beide steckten unter einer Decke und wirtschafteten schon einige Zeit in ihre eigenen Taschen. Dazu kam noch, dass der Kammerdiener ein Auge auf die Tochter von Bartel geworfen hatte, die jedoch in den Schäferknecht Johann verliebt war. Der Graf konnte den Betrug des Schäfers nicht glauben und stellte Bartel auf die Probe. Er verkleidete sich als Metzger und bot dem Schäfer Bartel viel Geld, um ihm ein Schaf zu überlassen. Am Ende wollte der verkleidete Graf sogar ein Schaf stehlen und bekam vom Knecht dafür Prügel. Als Dank für seine Treue und Zuverlässigkeit schenkte der Graf dem Schäfer Bartel einen Hammel und beschloss, jedes Jahr zum Namenstag von Bartholomäus, am 24. August, ein Fest auszurichten. Seit 1909 wird diese Geschichte durch ein Festspiel am Leben erhalten und zu jedem Schäferlauf in der Stadthalle und auf dem Stoppelfeld vorgetragen. In welchem Jahr sich die Geschichte jedoch abspielte, lässt sich heute nicht mehr nachweisen. Allerdings ist es sicher, dass in Markgröningen seit dem 16. Jahrhundert ein großes Schäfertreffen stattfand. Zahlreiche Schäfer aus dem ganzen Land nutzten die Möglichkeit auf dem großen Berufstreffen, das wie gesagt am 24. August war, um entweder selber gut zu verkaufen oder nach der Erntezeit für sich selbst günstige Produkte zu erwerben. Auf diesem Schäfertreffen muss es sicherlich auch einen Wettlauf gegeben haben. Der Sieger und somit König der Schäfer hatte dann die Leitung aller Schäfer im Land inne. Er sollte bei Streitigkeiten schlichten und Entscheidungen fällen. Außerdem mit dazu gehörte der Schäfertanz. Nur die Gruppenmitglieder durften hier jedoch mittanzen, die nicht dazu gehörten wurden ausgeschlossen. Nach dem der Herzog Eberhard III. im Jahr 1651 eine Schäferzunftordnung erließ, ging das Treffen geordnet zu.
Das heutige Festprogramm beginnt bereits ganz früh am Freitagmorgen mit dem Leistungshüten des Landesschafzuchtverbandes an der Straße nach Asperg. Rund um das Rathaus und auf anderen Plätzen gibt es nicht nur ein buntes Markttreiben, sondern man hört die dazugehörige Schäfermusik. Zusätzlich bietet der Arbeitskreis Geschichtsforschung und Denkmalpflege eine historische Stadtführung durch Markgröningen an. Der Samstag und der Sonntag sind in ihrer Aufmachung beinahe identisch. Mit einem Ehrentrunk werden die im Rathaus aufbewahrten Zunftinsignien an die vorher begrüßten Schäfer übergeben. Es handelt sich dabei um die Schäferfahne und die Zunftlade. Gemeinsam geht es dann mit dem Festumzug zum Stoppelfeld, wo der Bürgermeister alle herzlich willkommen heißt und die Sage des treuen Bartels in Auszügen szenisch dargestellt wird. Anschließend folgen verschiedene Disziplinen, wie etwa das Sacklaufen, der Hahnentanz, wo die Paare im Walzertakt einen gefüllten Becher mit dem Kopf umwerfen müssen ohne nass zu werden und das Wassertragen. Bei diesem alten Wettlauf tragen die Frauen einen vollen Wasserkübel auf dem Kopf und laufen auf dem Stoppelfeld um die Wette. Das Highlight ist aber der Wettbewerb der Schäfer und Schäfermädchen, die barfuß über das Stoppelfeld laufen und besondere Schnelligkeit zeigen müssen. Als Preis erhält das Siegerpaar ein Schaf, welches von dem Landesschafzuchtverbandes gestiftet wird. Gegen 15 Uhr beginnt dann der Rückmarsch des Festumzuges zum Rathaus, wo die Schäferinsignien wieder abgegeben werden müssen. Das gesamte Festspiel "Der treue Bartel" wird immer wieder in der Stadthalle zum Programm angeboten. Abgeschlossen wird der Schäferlauf am Montag mit dem großen Feuerwerk beim Vergnügungspark. An allen 4 Tagen gibt es zusätzlich noch andere Programmpunkte wie den Krämermarkt, den historischen Handwerkermarkt und den Schäfermarkt. (© FuM)



Informationen

Datum
26.08.2016 bis 29.08.2016
Ort
Innenstadtbereich, Stoppelfeld, Stadthalle

71706 Markgröningen

Öffnungszeiten
Vergnügungspark:
Freitag von 15 bis 24 Uhr
Samstag von 10.30 bis 1 Uhr
Sonntag von 10.30 bis 24 Uhr
Montag von 14 bis 24 Uhr

Krämermarkt:
Freitag von 14 bis 24 Uhr
Samstag von 9.30 bis 1 Uhr
Sonntag von 10 bis 24 Uhr
Montag von 14 bis 24 Uhr

Eintrittspreis:
Festplakette: 4 Euro (ab 16 Jahren)

Schäferlauf auf dem Stoppelfeld:
Samstag: Tribüne überdacht 11 Euro; Tribüne nicht überdacht 6 Euro; ermäßigt 3 Euro
Sonntag: freier Eintritt mit Festplakette

Festspiel "Der treue Bartel" in der Stadthalle:
Freitag: 6 Euro; ermäßigt 3 Euro
Samstag und Sonntag: 5 Euro; ermäßigt 2,50 Euro; Familienkarte 10 Euro
Webseite
www.markgroeningen.de

Schäferlauf in Markgröningen auf der Karte


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