Die Stadt Bad Frankenhausen trägt auch den Beinamen "Fliederstadt". An den Südhängen des Kyffhäusers ist der Flieder weit verbreitet. Als hier vor 500 Jahren der Weinbau Einzug hielt, kam auch der Flieder aus Südeuropa und Vorderasien in unser Gebiet. Mit dem Weinbau wurde jährlich ein Weinfest gemeinsam mit dem Bornfest gefeiert. Überlieferungen erzählen, daß dieses Fest auf dem hiesigen Anger stattfand und Händler aus der Kyffhäuserregion ihre Waren anboten. Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte der Weinbau durch den Befall der Reben mit der Reblaus seinen größten Einbruch. Um die Traditionen eines Volksfestes weiterzuführen haben sich die Stadtväter und der damalige Handwerks- und Gewerbeverein, den in Massen vorkommenden Flieder zu Nutze gemacht, ihn als Aushängeschild für die Region zu verwenden. Bis 1945 wurde das Fliederfest gefeiert. Danach verschwand es aus der Veranstaltungsreihe der Stadt. Seit 1992 wurde das Fliederfest durch den gegründeten Gewerbeverein neu belebt. Das Fliederfest gehört seit dieser Zeit wieder fest zu den Bad Frankenhäuser Veranstaltungen und beruft sich auf die alten Traditionen. Von Jahr zu Jahr erhielt es ständig wachsenden Zustrom, so dass zu diesem Fest mittlerweile ca. 30.000 Besucher aus nah und fern begrüßt werden können. Höhepunkte sind das Setzen einer echten Fliederkrone, die anschließend Wahl der Fliederkönigin, das traditionelles Pflanzen eines Fliederbaumes in den Kuranlagen der Stadt Bad Frankenhausen und der Fliedercorso durch die Stadt.
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